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Automatisierung – zu viel oder zu wenig

Automatisierung von Prozessabläufen erleichtert dem Menschen die Arbeit, besonders bei monotonen Tätigkeiten, wie der Überwachung von Parametern (z.B. im Kraftwerk). Hierbei wird der Mensch häufig gar als Unsicherheitsfaktor betrachtet. Erfolgt die menschliche Reaktion wenn gefordert und wenn, in welcher Weise? Doch Automatisierung kann nur entlang der ihr gegebenen Paramter funktionieren. Beim Entwurf des Automatisierungssystems bedenkt und berechnet der Systemdesigner den Funktionskontext des Systems. Bei unvorhergesehenen Ereignissen oder Ereigniskombinationen gerät das System an seine Grenzen (Design- und Auslegungsfehler nicht betrachtet). Der Mensch soll in diesem Fall eingreifen. Es entsteht das Paradoxon den Mensch zuerst als Unsicherheitsfaktor herauskomplementiert zu haben, ihn aber in kniffligen Situationen mit versagender Automatik als Problemlöser hinzu zu holen. Erschwerend kommt hinzu, dass durch die Automatisierung eine zusätzliche Ebene zwischen Mensch und mechanischen Komponenten eingebracht wird. Früher hörten, fühlten und rochen die Menschen den Zustand der zu steuernden Systeme (z.B. Klick-Geräusch beim Fahren der Brennstäbe in einem Kernkraftwerk, beim Flugzeug konstante Vibration). In einem abgeschotteten Überwachungsraum fällte das Verbundensein mit der Mechanik weg, was bleibt sind die Anzeigen der Automatik und das virtuelle Verlassen darauf.

Vorrausetzung der menschlichen Handlungsfähigkeit ist zunächst die stetige Information über automatische Reaktionen des Systems, um gegebenen Falles schon eher, bei Anzeichen für ungünstige Zustände der mechanischen Komponenten einzugreifen: z.B. die Automatik lenkt gegen, um den Gewichtsverlust eines, auf der einen Seite des Flugzeugs, auslaufenden Treibstoffbehälters auszugleichen – es sollte eine Meldung des kritischen Absinkens des Treibstoffvorrats erfolgen. Innerhalb eines Teams hält sich der Chef durch Interaktion mit dem Team stetig auf dem Laufenden. Für Automatisierungssysteme sollte eine vergleichbare Lösung gefunden werden, in der sie sich dem menschlichen Teampartner mitteilen und ihn mit den nötigen Informationen über ihren Status, den Status der von Ihnen überwachten und gestseuerten Maschinerie und erfolgten Aktionen versorgen.

Der Mensch muss stets über die ablaufenden Prozesse in seiner Umgebung informiert werden, mit kennzeichnenden zur Situation passenden Parametern. Förderlich ist es zudem die Verbindung zu den mechanischen Komponenten (wieder) herzustellen und die Überwachungszentrale nicht abzuschotten. Z.B. per Video- und Soundübertragung können Daten aus der Maschinerie übertragen werden …

Weitere Information:

D. Norman – over automation

Levels of automation

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