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Entstehung der Norm – Teil 1 DIN

Eine Geschichte voller Mißverständnisse – nein nicht wirklich, das nur als einleitender Satz. Die Vorteile einer Normierung liegen auf der Hand bzw. im Einkaufswagen. Wenn man bedenkt das Hersteller alles nach eigenem gut Dünken herstellen könnten, ist gut vorstellbar, dass in diesem Falle selten Glühbirne und Lampe zusammenfinden würden. Sowohl die Gewinde der Glühbirnen würden je nach Hersteller als auch die Lampenform anders aussehen. Auch bei Drucker und Papier gäbe es einige Probleme zueinander passende zu finden. Normierung hilft einen Standard zu definieren auf den sich der Verbraucher verlassen kann.

In Deutschland wird an dem „Deutschen Institut für Normierung“, kurz DIN genannt, Normen festgelegt. Seit 1918 gibt es Normen. Die erste Norm befasste sich mit Kegelstiften die Maschinenteile zusammenhalten. Auch die bekannte Redewendung 08/15 kommt von einer Norm. Es handelt sich um die Norm über Maschinengewehre aus dem ersten Weltkrieg. Um die Massenfertigung zu erleichtern wurden die Teile exakt definiert. Das DIN selbst wurde 1976 gegründet.

Normen sind jedoch kein Gesetz, jedes Unternehmen kann entscheiden ob es ihnen folgt. Über 30.000 Normen gibt es. Die 33402-2 befasst sich mit dem menschlichen Körpermaß. Definierter Weise müssen 90% der Deutschen in den Normbereich passen, 10% werden vernachlässigt. Die Körpermaße werden dabei in Perzentilen ausgedrückt. Sie geben an wieviel Prozent der Bevölkerung kleiner oder größer sind als der jeweilige Wert. Bezogen auf die Sicherheit müssen die Normen nicht nur für 90% der Menschen berücksichtigt werden sondern 99%. Alle 5 Jahre werden die Normen (alle, nicht nur die bezogen auf die Körpermaße) auf ihre Aktualität überprüft und gegebenen Falles angepasst.

Interessanter Weise gab es schon im 19Jh Ansätze zur Ergonomie. Catherine Beecher nahm 1869 die durchgeplante Küche von Schiffen als Vorbild um die Haushaltsküche zu optimieren. Sie formulierte Arbeitsschritte in der Küche und ordnete diese bestimmten Küchenbereichen zu. Weitere Analysearbeit leistete Christine Frederick. Um 1918 nahm sie eine Fadenstudie in der Küche vor. Sie band Probanden einen Faden ums Fußgelenk der sich nach und nach abrollte und konnte anhand des sich bildenden Gitternetzes ablesen wo und wieviel Strecke in der Küche zurrückgelegt wurde. Ein Umstellen der Geräte ergab ein einfacheres Muster. Ein PDF mit einer Beschreibung der Studie findet man hier.

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