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Alltags Usability 10

Eine beliebte und prestigeträchtige Form des Gebäudeeingangs ist die Drehtür. Ich habe sie schon oft benutzt, aber mir keine Gedanken darum gemacht. Bewegungssensoren bringen sie in Gang und man gelangt auf die andere Seite. Ab und an stockt die Tür, wenn man ihr zu nahe rückt, setzt sich aber gleich wieder in Bewegung.

Anders war es bei unten stehender Drehtür, bestehend aus zwei großen Segmenten. Es kam jemand heraus so ging ich in das freie Segment. Wider Erwarten blieb die Tür in der Mitte stehen – kein Ausgang erreichbar. Nach Warten passierte nichts, Schieben funktionierte nicht und ein leichtes Unbehagen kam auf.

Da entdeckte ich am Drehsegment ein grünes Hinweisschild (unten links) – man soll also etwas aufschieben. Gesagt getan, verschiedene Bewegungen und Positionen, aber nichts passierte. Ratlosigkeit. Fluchen. Umschauen. An der Seite ist tatsächlich noch ein Schild, rote Buchstaben auf weißem Grund. Es wirkt wie ein Alarmschild (unten rechts). Die Beschriftung verweist jedoch verheißungsvoll “Türöffner”. Aber warum rot/weiß? Geht ein Alarm an sobald man den Knopf drückt?

Unsicherheit. Erneutes Probieren der vorherigen Möglichkeiten – NICHTS. Ich drücke angespannt den Knopf, die Tür setzt sich in Bewegung und … nichtpassiert.

Verbesserung:

Im Nachhinein erklärt sich die missliche Lage, es war eine Tür zu einer Bank. Von außen ist eine Aktivierung per Karte vorgesehen. Innen wird sie durch einen Sensor in Bewegung gesetzt. Es liegt in der Natur der Drehtür wenn ein Nutzer sie in Bewegung setzt dass ein anderer in das Segment auf der anderen Seite parallel reingehen kann. Von Innen aktiviert bleibt so ein von außen in das freie Segment eintretender Nutzer zwangsläufig stecken. Soll nicht immer der Wachdienst kommen um stecken gebliebene Leute zu befreien, muss dem Nutzer eine Möglichkeit zu Entkommen gegeben werden. Sicherheitstechnisch ist es ein Manko, praktisch jeder kann unbemerkt hineinschlüpfen.

Für den Nutzer ist das Konzept nicht auf den ersten Blick ersichtlich. An einem Wochenendabend und in belebter Fußgängerzone tritt nicht selten die Situation ein, sich vor einer bereits in Bewegung befindlichen Drehtür zu befinden. Statt die Karte aus der Tasche zu kramen wird die Gelegenheit genutzt schnell ins Innere zu kommen.

Minimal ist das “Türöffner”-Schild zu ändern, entweder kombiniert mit einer Anweisung oder in grün. Schließlich ist nichts Gefährliches daran in der misslichen Lage den Türöffner zu drücken. Die Bedeutung des anderen grünen Schildes bleibt mir unklar, es erinnert an einen Fluchtweg. Da es mittig angebracht ist gelangt es zuerst in den Blick. Sollte es mit keiner Funktion verbunden sein gehört es abgemacht. Sonst empfiehlt sich die Verständlichkeit zu prüfen.

Die beste Lösung erscheint, die Drehtür abends abzuschalten und den Ein/Ausgang durch eine gewöhnliche Nebentür zu realisieren.

Verwirrende Beschilderung innerhalb der Drehtür

Ort des Geschehens: grünes Schild (Mitte), Pfeil (Drehrichtung ), rot/weißes Schild (rechts)

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